Kraftfahrer-Clubs Deutschland e.V.

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Sechs Jahre Kraftfahrer-Clubs Deutschland e.V.

Am 26.Februar 2016 jährte sich die Gründung der KCD e.V. zum sechsten Mal.
Es saßen ein paar Fahrer zusammen, die Ideen hatten und vor allem Mut, etwas zu verändern. Uns war das Image wichtig. Aber auch die Lebensbedingungen der Fahrer.

In den zurückliegenden sechs Jahren hatten wir viele Aktionen.
Unsere erste Aktion, die über den Verein hinaus ging, war der Runde Tisch mit den Gewerkschaften im Sommer 2011.
Wir wollten, dass die Gewerkschaften endlich nicht mehr gegeneinander arbeiten, sondern unsere Interessen GEMEINSAM vertreten.
Eine Gewerkschaft kam gar nicht erst, die Zweite meldete sich danach nicht mehr und die Dritte war ein Jahr später der Meinung die KCD e.V. sollte Schlaglöcher auf Parkplätzen beseitigen und Politik ihnen überlassen. Sie seien die Profis, uns, als Verein, ginge das nichts an.

Die nächste Aktion war ein Brief an die EU-Kommission: wir wollten einen eCall auch für LKW mit akustischem und optischem Signal, damit der Fahrer auch bei Überfall, Krankheit oder anderem Alarm geben kann.Hier mehr dazu


Im Laufe der Zeit zeichnete sich eine Schieflage im Transportsektor in Europa ab. Verordnungen und Richtlinien verzerrten den europäischen Wettbewerb.
2012 beteiligten sich Vereinsmitglieder an Protestveranstaltungen in Antwerpen und Middelfart und die KCD e.V. organisierten einen eigenen Protest in Braunschweig. Leider kamen nur sehr wenige Fahrer nach Braunschweig. Das Thema war in Deutschland noch nicht brisant genug.
Kurze Zeit später waren auch Mitglieder des Vereins in Brüssel bei einer Veranstaltung der ETF.

2012 riefen wir auch unsere Initiative "EIN MENSCH AM STEUER" ins Leben.
Durch diese Plakatinitiative wollen die KCD e.V. die Bevölkerung darauf aufmerksam machen, dass am Lenkrad eines LKW auch Menschen sitzen. Menschen mit Familie, Väter, Mütter, Großväter und Großmütter.
Aber diese Initiative wendet sich auch direkt an die Fahrer. Sie sollen sich darin wiederfinden. Der Fahrer als Teil dieser Gesellschaft. Gegenseitige Akzeptanz soll zu einem besseren Miteinander auf den Straßen führen.


Als die Firma DINO-Trans mit Niederlassung in Lübeck aus Lettland nun auch noch philippinische Fahrer einstellt und so im Sozialdumping eine neue Ära einleitet, gibt es 2013 auf Facebook eine neu Protestwelle. In Holland entstanden, entsteht in mehreren Ländern die Initiative "Actie In De Transport".
"Jetzt wirds gefährlich.
Sie beginnen miteinander zu reden..."

Bei der deutschen "Actie" boten die KCD e.V. ihre Unterstützung an. Während man auf der Facebookseite der "Actie" immer wieder von Streik schrieb, machte Horst Fritzsche in einem Gespräch mit Actieorganisatoren auf das verfassungsrechtliche Demonstrationsrecht aufmerksam. So entstand der Gedanke mit friedlichen Demonstrationen auf uns aufmerksam zu machen. Von mehreren Demonstrationen der "Actie" wurden die Demo in Berlin und die Demo in Lübeck aktiv von den KCD e.V. bei der Organisation unterstützt. Die Demo in Lübeck wurde dann auch die bis dahin wirkungsvollste Demo. Mit ca. 250 Teilnehmern und einem LKW-Konvoi von ca. 50 LKW, war sie bei ca. einer Million Kraftfahrern in Deutschland im Verhältnis nicht sehr groß, aber trotzdem die wohl größte Kundgebung und machte auch in einigen Medien auf das akute Thema Sozialdumping im Transport aufmerksam.

Eine kleine Aktion in Flensburg hatte eine große Wirkung! In Zusammenarbeit mit Karsten Weber von Blitzfilm TV haben die KCD e.V. in Flensburg, Neustadt 10 auf die dort "ansässigen" Briefkastenfirmen aufmerksam gemacht. Diese Aktion hat vor allem Politiker und Medien aus Dänemark auf den Plan gerufen. Dieses Thema wurde von den Medien dort immer wieder angeschnitten. Die Verkehrsministerin von Dänemark setzte sich mit deutschen Ministern und Komunalpolitikern zusammen, um gegen diese Briefkastenfirmen vorzugehen. Doch in Deutschland scheint niemand daran interessiert zu sein, gegen diese Briefkastenfirmen wirkungsvoll vorzugehen. Schließlich bieten sie tausende Arbeitsplätze, zu Lasten der dänischen Kollegen. Diese Aktion sollte eigentlich allgemein auf das Problem Scheinfirmen in Europa aufmerksam machen. Die deutschen Behörden sind aber das beste Beispiel dafür, wie schwierig es ist, bei ungleichen Verhältnissen Vorteilsnahme aus Eigennutz im Wettbewerb zu verhindern.

Ein Treffen auf dem Autohof Lohfeldener Rüssel sollte der Beginn eines Bündnises verschiedener Fahrergruppen in Deutschland sein. Die Gewerkschaft Verdi, die erst zugesagt hatte, hatte sich drei Tage vor dem Treffpunkt zurückgezogen. Sie wollten nicht mit den Protestgruppen der Fahrer identifiziert werden und warfen uns sogar vor mit Rechtspopulisten in Kontakt zu stehen. Auf Initiative der KCD e.V. fand dieses Treffen dann trotzdem statt.
Aber das Bündnis scheiterte am Ende an den Befindlichkeiten der Fahrer. Wenn es nach den Teilnehmern der Gespräche gegangen wäre, gäbe es das Bündnis wahrscheinlich heute noch.
Hier muss noch einmal hervorgehoben werden, dass Hans-Jürgen Lankau die gesamte Organisation vor Ort für die Gespräche übernahm.

In Bierset bei Lüttich trafen sich mehrere Fahrerorganisation aus Europa zum Protest. Leider waren dort sehr wenige Fahrer anwesend.


Das Elbehochwasser wurde für viele Menschen in der Nähe der Elbe zur Katastrophe. Die Initiative "STARTHILFE-Fahrer helfen Menschen in Not", eine Idee von Sylvia Steinbach-Schulze, der schon länger in der Schublade lag, begann zu leben. Die KCD e.V. organisierten gemeinsam mit Rio Carter ein Benefizkonzert, mit vielen freiwilligen Helfern und vor allem mit tollen Musikern, die an diesem Tag uneigennützig auftraten.

Die "STARTHILFE", die durch Sylvia Steinbach-Schulze zu leben begann, wollte auch einem Kind helfen, dass besonders durch das Elbehochwasser betroffen war. Und so kam es, dass unser Verein heute ein Patenkind hat!

Durch Spenden von verschieden Menschen, aber vor allem Fahrern und ihren Familien, konnten die KCD e.V. zu Weihnachten zwei LKW und mit Hilfe von KiBu e.V. und KASA-Trans einen dritten LKW beladen und nach Schönebeck an der Elbe zu Vigaro e.V. senden. Denn von dort aus wurden noch immer Hochwassergeschädigte mit Lebensnotwendigem versorgt. Unser kleiner Hilfskonvoi "Ein Laster voller Weihnachtsgrüße" sollte ein bischen Freude und vor allem Ablenkung von den Sorgen bringen, was auch sehr gut aufgenommen wurde. Fahrer und Angehörige haben liebevoll Weihnachtpakete gepackt, mit persönlichem Gruß, oder Geschenke zu uns geschickt, die dann verpackt wurden.


Im Laufe der Zeit entwickelten sich Kontakte zu Fahrergruppierungen aus anderen EU-Ländern. So kam dem Vorsitzenden der KCD e.V. , Ingo Schulze, der Gedanke, eine EU-weite Aktion gegen Sozialdumping und Wettbewerbsverzerrung zu starten. Auf der Demo im November in Aschaffenburg wurde die Aktion "Together Now - Drivers Voice For A Social Europe!" das erstemal öffentlich bekanntgegeben. Von nun an liefen die Vorbereitungen, im Mai 2014 eine große gemeinsame europäische Aktion durchzuführen. Aber schon während der Organisation zeigte sich die Uneinigkeit bei den deutschen Fahrern. Statt diese Möglichkeit zu nutzen, um geballt aufzutreten, wurde die Fahrerschaft in mehrere Veranstaltungen zerrissen. Am 3. Mai 2014 fand die Kundgebung in Deutschland vor dem Brandenburger Tor statt. Weitere Kundgebungen gab es in Dänemark, Schweden, Norwegen, Niederlande, Spanien und Italien. Es hatten sich für Berlin mehr als vierzig Fahrzeuge und viele Fahrer angemeldet. Nicht einmal die Hälfte derer kam. Aber Dank der Unterstützung aus den Bereichen Bahn, Taxi, Fordarbeiter und verschiedenen politischen Gruppierungen konnte in Berlin noch ein Protestmarsch zu Fuss auf die Beine gestellt werden und es waren zeitweise zwischen 600 und 800 Personen auf dem Platz vor dem Brandenburger Tor, die mit großem Interesse die Reden verfolgten! Als Gastredner durften wir den damaligen Fraktionsvorsitzenden der Linken im Bundestag Dr. Gregor Gysi begrüßen. Dieser Veranstaltung war es dann auch zu verdanken, dass die Probleme der Fahrer durch Sabine Zimmermann (Die Linke) das erste Mal im Bundestag angesprochen wurden.
Es war das erste Mal, dass es gelungen ist, Fahrer aus mehreren europäischen Ländern an einem Tag zu einer gemeinsamen Aktion in verschiedenen Städten Europas auf die Straße zu bringen. Es war auch das erste Mal, dass Fahrer eine Kundgebung organisierten, an der auch verschiedene andere Berufsgruppen teilnahmen, die in irgend einer Weise von Sozialdumping oder ähnlichem betroffen sind. Eine branchenübergreifende Kundgebung!


Im Laufe der Zeit konnte Sylvia Steinbach-Schulze mit der "STARTHILE" einigen Fahrern mit Spenden in Form von lebensnotwendigen Dingen sowie auch einer Familie helfen, wo der Mann und Vater durch einen Verkehrsunfall ums Leben kam. Hier möchten wir uns noch einmal bei den Fahrern bedanken, die die "STARTHILFE" finanziell unterstützen, damit so etwas möglich ist! Wir würden uns auch weiterhin über Spenden von Fahrern freuen. Denn es heißt: "STARTHILFE - Fahrer helfen Menschen in Not!"


Die Aktion "Together Now - Drivers Voice For A Social Europe!" fand ihre Fortführung in einer weiteren Aktion in Brüssel direkt vor dem EU-Parlament. Im November trafen sich dort Fahrer aus Italien, Niederlande und Deutschland.
Schon vor dem Treffen in Brüssel wurde eine Gruppe im EU-Parlament auf unsere Aktion aufmerksam, die EFD Group. Sie schickten uns einen Sprecher, Flavio Facioni, der das Interesse der Gruppe an einem Gespräch mit uns bekundete.
Der dänische Sozialdemokrat und Mitglied im EU-Parlament Ole Christensen erfuhr durch dänische Fahrer von unserem Vorhaben und schickte seinen Mitarbeiter Morten Hertz Kristensen. So konnten wir an diesem Tag unsere Forderungskataloge an die EU an beide Anwesenden überreichen, die diese dann entsprechend weiterleiteten.
Es gab 2015 im April nun ein Gespräch mit dem Büro von Jutta Steinruck sowie mit dem Büro von Michael Cramer von den Grünen in Brüssel. Einer Einladung der EFD-Group folgten wir dann besser nicht, um uns nicht nachsagen zu lassen, wir cooperieren mit dem rechtspopulistischen Flügel im EU-Parlament. Obwohl sie es waren, die uns dort im EU-Parlament zum ersten Mal wirklich zugehört haben..Dazu hier mehr

Wir hatten im Juli 2015 ein kleines Sommerfest, bei dem wir auch einmal etwas Zeitgeschichte aus dem Gründungsort der KCD e.V. einfließen ließen. Ein Bericht dazu hier
Und wir sprachen mit Mitgliedern einer doch ziemlich erfolgreichen Gewerkschaft über den Arbeitskampf und man hat uns dafür Unterstützung zugesagt. Allerdings müssten die Fahrer in Deutschland auch dazu bereit sein, ihr Schicksal endlich wirklich und ernsthaft selbst in die Hand zu nehmen. Dazu hier unsere Gedanken zur Branche



Wir haben hier mal einige nennenswerte Aktionen unseres Vereins aus den sechs Jahren seit unseres Bestehens aufgezählt. Daneben gab es auch viele Gespräche, Briefe und anderes, die zum Aufbau von Kontakten auch sehr wichtig sind. Aber es wird oft nicht gesehen, was es für Arbeit macht, mit Vereinsmitgliedern in Kontakt zu stehen, News zu schreiben und zu versenden oder unsere Vereinszeitung "Die Kutscherpost" am Leben zu halten und mit Nachrichten zu füllen. Und zu allem kommt noch die Arbeit beim Internetauftritt. Wir erstellen Homepage, Forum und Socialmedia alles in Eigenregie.
Deshalb würden wir uns über Mitglieder und Kollegen freuen, die uns im Verein aktiv unterstützen möchten. Wir freuen uns aber auch über jede finanzielle Unterstützung, durch Mitgliedsbeiträge oder auch Spenden, denn heut zu Tage kostet nun mal alles Geld und kann nicht nur von einigen wenigen gestemmt werden.


Wir haben vor sechs Jahren mit wenigen Kollegen angefangen Ideen umzusetzen. Im Laufe der Jahre wurden es mehr. Aber es kamen und gingen auch einige.
Wir haben als absolute Laien den Verein ins Leben gerufen. Es war für uns eine Zeit des Lernens. Mit Sicherheit wurde in den Jahren so mancher Fehler gemacht und wird auch in der Zukunft nicht alles richtig sein, was wir machen. Aber wir können uns nicht vorwerfen, wir hätten nicht etwas versucht.
Wir haben einige Erfolge vorzuweisen aber auch Fehlschläge. Trotzdem glauben wir daran, dass wir einen guten Weg eingeschlagen haben.
Wie jede andere Organisation, sind auch wir auf Mitglieder angewiesen. Mitglieder, die uns tatkräftig unterstützen oder durch ihre Beiträge finanziell mitwirken. Aber wir haben das gleiche Problem, wie andere Vereine oder die Gewerkschaften: Der deutsche Fahrer will sich nicht organisieren!
Wir wissen alle, dass die Situation im Transportwesen allgemein in Europa unter keinem guten Stern steht. Doch wir haben nichts geändert, wenn wir in den Sozialen Netzwerken und an den Stammtischen rummeckern. Wir kommen auch nicht weiter, wenn wir mal eine Aktion starten, die für ein wenig Aufsehen sorgt, und uns dann Monate lang selbst auf die Schulter klopfen und dabei vergessen, dass es außer uns auch noch andere Menschen gibt.
Wenn man sich in Deutschland für die Fahrer einsetzt, hat man eine gewisse Zeit Zuspruch. Wenn man aber dann nicht jeden Tag "ein neues Kaninchen aus dem Hut zaubert", ist man der Buhmann der Nation.
Jutta Steinruck hat mal gesagt, dass die Fahrer nicht immer den nieder machen sollen, der ihnen helfen will. Leider haben wir diese Erfahrung in den letzten sechs Jahren nicht nur einmal gemacht. Und nicht nur einmal wollten wir deshalb am Liebsten alles hinschmeißen.
Auf Grund unserer Erfahrung der letzten sechs Jahre sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir gerne für die Fahrer da sein möchten. Wir werden uns aber in erster Linie nur noch um den Verein und seine Mitglieder kümmern. Was wir politisch angeleiert haben, werden wir auch ordentlich zu Ende bringen. Aber wir werden uns mit Sicherheit nicht mehr mit Leuten beschäftigen, die mit Shitstorm oder mit Lügen über uns herziehen. Es ist jeder bei uns willkommen, der Mitglied werden möchte, weil er unsere Arbeit schätzt. Es ist jeder willkommen, der uns unterstützen möchte. Aber bitte der Wille muss auch ernst gemeint sein.

Noch sind wir in der Lage, GEMEINSAM unsere Situation zu verbessern. Aber wenn die Fahrer nicht bald aufwachen, ist es zu spät. Die Zeit läuft gegen uns.
"Mann der Arbeit aufgewacht und erkenne deine Macht. Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will."
Dieser Satz ist akuter denn je. Aber es geht nun mal nur GEMEINSAM und nicht jeder für sich. Darüber sollten sich die Fahrer endlich mal klar werden!

Hier: Ein Blick in die Geschichte des Fuhrmann`s

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